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Autor Thema: E-Gitarren Mikrofonierung  (Gelesen 4221 mal)

Patrick

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E-Gitarren Mikrofonierung
« am: April 26, 2008, 09:57:25 »
Digitale Ampsimulation kontra herkömmliche Röhrenverstärker
Die Digitaltechnik ist heutzutage so weit, dass man sie in vielen Fällen nur mehr bei direktem Vergleich erkennt. Wenn es jedoch um den Top-Sound geht, dann kommt nur ein Röhrenverstärker in frage. Langes Sustain, dynamisches Soundverhalten und ein warmer druckvoller Klang überzeugen einfach. Dieser Workshop befasst sich mit der Abnahme von solchen Verstärkern.

Auf was muss ich besonders acht geben?
Auf alles: Gitarrist, Verstärker, Mikrofon, Mikrofon-Positionierung, Mikrofon-Kabel, Preamp. Das sind alles Glieder in einer Kette. Wenn eine Sache nicht passt können die anderen auch noch so gut sein, der optimale Sound kommt dann sicher nicht raus! Überspringen wir den Gitarristen und den Verstärker und beginnen wir mit dem Mikrofon:



Es gibt verschiedene Mikrofon-Typen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Wir beschränken uns in unserem Fall auf drei Typen:

  • Dynamische Mikrofone
  • Kondensatormikrofone
  • Die Alternative: Speakersimulation


1. Dynamische Mikrofone

1.1 Tauchspulenmikrofon

Man bezeichnet sie Umgangssprachlich auch nur als dynamische Mikrofone! Sie sind die einfachste und günstigste Mikrofone zur Abnahme von Gitarren-Verstärkern. Weil sie so unempfindlich gengenüber Nebengeräuschen sind wegen sie bei Live-Konzerten verwendet. Man setzt sie auch in den professionellen Studio ein, sie sind aber auch für den Homrecordingbereich erschwinglich.

Das bekannteste Tauchspulenmikrofon ist das Shur SM57. Sein Frequenzgang ist besonders für Gitarren geeignet, weil der Mittenfrequenzbereich annähernd linear bleibt und so ein realistischer Aufnahmesound zustande kommt. Dieses Mikrofon ist schon für weniger als 100 Euro zu haben, manche billigere Nachbauten klingen zwar nicht gleich aber oft auch nicht schlechter.

Shur SM57


Ein anders altbekanntes Mikrofon wäre das Sennheiser MD 421. Es wurde wegen seines warmen, transparenten und druckvollen Sounds so bekannt. Hinzu kommt noch ein fünf stufiger Bassschalteter der es zu einem echten Allrounder macht.

Sennheiser MD 421



1.2 Bändchenmikrofone

Die Membran des Bändchenmikrofons bildet ein zickzack-gefalteter Aluminiumstreifen, der nur wenige Millimeter groß ist. Der Frequenzgang ist hier fast linear und liegt somit sehr nahe am menschlichen Gehör und gelten somit oft als Geheimtipp in Sachen Gitarrenaufnahmen. Solche Mikrofone können von zwei Seiten beschallt werden, d.h. sie nehmen den "direkten Klang" und auch den "Raumklang" auf. Man findet sie auch in allen Preisklassen, ein günstiges für den Home-Recording Bereich wäre z.B. das T.BONE RB500 für ca 110 Euro.

T.BONE RB500




2. Kondensatormikrofone

Kondensatormikrofone reagieren viel sensibler auf Umgebungsgeräusche und werden daher auch selten Live eingesetzt. Der Abstand zur Schallquelle. Der Frequenzbereich ist hier wesentlich größer, man verwendet sie beispielsweise auch zur Aufnahme von Gesang. Ein Nachteil ist, dass solche Mikrofone eine Stromversorgung, eine sogenannte Phantomspeisung benötigen. Generell kann man zwischen Groß- und Kleinmembran Kondensatormikrofonen unterscheiden. Kleinmembran-Mikrofone werden wegen ihres Frequenzgangs nur selten eingesetzt, eignen sich aber zur Aufnahme von Modernem Metal (Dropped-Tunings) wegen des besseren Tiefen-Mitten-Frequenzgangs. Meistens setzt man Großmembranmikrofone ein. Testberichte über Großmembranmikrofonde findet man auf Amazona.de. Ein günstiges Modell wäre das T.Bone SC450, das es auch schon unter 100 Euro zu kaufen gibt. Das Problem bei den T.BONE-Mikrofonen ist die Qualitätschwankung in der Produktion. Ich will nicht sagen, dass man die Katze im Sack kauft aber wer die Mikrofone ausprobieren kann sollte das unbedingt machen. Für mehr Geld bekommt man natürlich auch einen Besseren Klang

T.Bone SC450




3. Die (schlechtere) Alternative: analoge Speakersimulation

Man simuliert hier den Klang des Lautsprechers und man braucht kein herkömmliches Mikrofon. Das ist vielleicht nicht die klanglich beste Lösung, ist aber viel unkomplizierter und es ist hier mit dem richtigen Gerät einfacher und billiger einen guten Sound zu Stande zu bekommen. Auch empfehlenswert für Leute die nicht viel Ahnung vom Mikrofonieren haben und sich auch nicht viel Zeit nehmen wollen diverse Mikrofonpositionen durchzutesten. Diese Wunderbox schaltet man entweder zweischen End- und Vorstufe oder meistens besser zwischen Endstufe und Speaker. Der XLR-Ausgang (meistens XLR) führt dann direkt ins Mischpult (in den Preamp-Eingang) oder in ein Preamp und in die Soundkarte. Das Preamp ist dabei wichtig, es hätte auch genug Saft um direkt rein zugehen doch nur mit Preamp klingt es gut! Die besten Geräte kommen von Palmer. Es gibt da noch die "Red Box" von H&K. Von der ist aber abzuraten, eine schlecht gelungene Kopie des "Palmer PDI-09". Einer weitere die ich kenne ist die "F.A.N.T.A. Speaker Emulator" die klingt etwas dumpfer, also für Fender-Amps vielleicht interessant.
Ausführliche Tests mit Soundclips findet man hier:
http://www.franknitsch.com/speaker-sims/recordings.php

Palmer PDI-09 The Junction



4. Die (bessere) Alternative: digitale Speakersimulation

Jeder der ein Multieffektgerät zu Hause hat hat darin wahrscheinlich auch eine Speakersimulation eingebaut. Man kann den Amp beim RecOut-Ausgang (falls vorhanden) in ein dafür geeignetes Multieffektgerät anschließen und dann das Resultat aufnehmen. Eine klanglich sehr viel bessere Lösung ist aber eine Speakersimulation mittels VST-Plugins (z.b: Guitar Rig 3). Der Nachteil ist allerdings dass man einen PC benötigt und wie bei allen digitalen Effekten eine zeitliche Latenz hat (bei mir 1,5 ms, vernachlässigbar klein). Wenn sowieso über den Gitarrenverstärker abgehört wird ist die Latenz aber egal. Meines Erachtens erhält kann man im Homerecording-Bereich hiermit die beste Aufnahmenqualität.

Testbericht und Soundsamples auf Amazona.de
« Letzte Änderung: März 04, 2009, 15:40:56 von Patrick »
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Re: E-Gitarren Mikrofonierung
« Antwort #1 am: August 29, 2010, 09:32:45 »
empfehlenswert wär natürlich auch mehrere spuren zu belegen und verschiedene signale abzugreifen.

1.) micro
2.) anderes micro/andere position
3.) direkt ins pult
usw.

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